Kein AGB-Haftungsausschluss im "C2C"-Bereich

Haftungsausschlüsse für Mängel spielen insbesondere beim Verkauf eines Fahrzeugs auch über das Internet eine große Rolle. Ob eine Freizeichnung des Verkäufers wirksam ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Die Beantwortung wird verkompliziert dadurch, welchen Status die Vertragspartner besitzen (Unternehmer oder Verbraucher), ob es sich um eine gebrauchte oder neue Sache handelte und ob der Ausschluss für Mängel individualvertraglich oder durch Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) erfolgt ist. Der BGH ging einigen dieser Fragen nach. Beim Abschluss eines solchen Kaufvertrages bedienen sich die Vertragsparteien häufig der Vertragsformulare Dritter, z.B. von Automobilclubs, Versicherungen oder gleich aus dem Internet. Was aber gilt, wenn sich in diesen Formularen unwirksame Klauseln befinden? Der BGH ist in seinem Urteil v. 17.02.2010 - VIII ZR 67/09 - der Frage nachgegangen, ob die Vorschriften über AGB (§§ 305ff. BGB) im Fall eines Kfz-Kaufs unter Privatleuten ("C2C - consumer-to-sonsumer") zur Anwendung kommen, wenn dem Geschäft ein solches Vertragsformular zugrunde gelegt wird, das von einem Dritten - hier: von einer Versicherung als Serviceleistung - stammt. In dem Vertragsformular, das als "Kaufvertrag Gebrauchtwagen - nur für den Verkauf zwischen Privatpersonen" beschrieben war, befand sich folgende Klausel:
"Der Käufer hat das Fahrzeug geprüft und Probe gefahren. Die Rechte des Käufers bei Mängeln sind ausgeschlossen, es sei denn, der Verkäufer hat einen Mangel arglistig verschwiegen und/oder der Verkäufer hat eine Garantie für die Beschaffenheit des Vertragsgegenstandes abgegeben, die den Mangel betrifft."
Die Parteien hatten vor Abschluss des Kaufvertrages telefonisch darüber gesprochen, wer ein Vertragsformular mitbringen soll ...
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