Aus der Serie “Seltene Tatbestände”

Nach “Wehrpflichtentziehung durch Täuschung” und Mißbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln heute die allseits beliebete, hier aber nicht vorliegende Störung der Totenruhe:

Die zwischen 31 und 56 Jahre alten Männer waren als städtische Arbeiter im Krematorium der Stadt Nürnberg auf dem Westfriedhof in unterschiedlichen Funktionen tätig. In den Jahren 2004 bis 2006 nahmen sie am Ende jeder Schicht das bei den Einäscherungen frei gewordene Zahngold der Verstorbenen an sich und verkauften es an einen Juwelier auf eigene Rechnung weiter. Dabei nutzten sie den Umstand für sich aus, dass das Zahngold von einem bei der Sortierung der Verbrennungsrückstände eingesetzten Metallabscheidegerät ausgesondert wurde.

Das in erster Instanz mit dem Fall betraute Amtsgericht Nürnberg verurteilte die früheren Friedhofsschaffner am 7.11.2007 wegen versuchten schweren Bandendiebstahls und versuchten Diebstahls in mehreren Fällen zu Bewährungsstrafen. Auf ihre Berufung wurden die in der überwiegenden Mehrzahl aus der Region stammenden Männer am 17.2.2009 vom Landgericht Nürnberg-Fürth wegen Verwahrungsbruchs und Störung der Totenruhe schuldig gesprochen und zu Bewährungsstrafen zwischen sechs und zwölf Monaten verurteilt. Mit ihrer hiergegen eingelegten Revision wollten die früheren Friedhofsmitarbeiter vor dem Oberlandesgericht ihren Freispruch erreichen.

Das Oberlandesgericht Nürnberg ist dem in seinem Beschluss vom 20.11.2009 nicht gefolgt und hat nun sowohl die ergangenen Schuldsprüche wegen Verwahrungsbruchs, als auch die vom Landgericht verhängten Strafen bestätigt.

Lediglich die Verurteilung wegen Störung der Totenruhe hatte keinen Bestand ...

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