Das Zeugenkomplott

Nein, Pfälzer waren sie nicht, die Zeugen, schon gar keine Vorderpfälzer (siehe meinen Beitrag vom 10.11.09). Ihre Geburtsorte lesen sich wie eine Karte Mitteldeutschlands: Görlitz, Magdeburg, Halberstadt und Jena. Aber “mit dem freundlichsten Gesicht jemanden in die Pfanne hauen” konnten sie auch. Angeklagt war ein Kriminalbeamter. Der war mal auf der Autobahn hinter den Zeugen in einer 120er-Zone hergefahren. Die fuhren 110 und links und blieben da über viele Kilometer, auch wenn man hätte nach rechts fahren können. Sowas kann ja immerhin eine Nötigung sein. Nach dem Ende der 120er-Zone schaukelte man nach rechts. Der Angeklagte und sein erwachsener Sohn auf dem Beifahrersitz sahen sich im Vorbeifahren die Insassen an. Man will ja mal wissen, was das so für Leute sind. Der Fahrer drückte nun ruckartig den “Stinkefinger” an die Scheibe. Der Angeklagte hielt daraufhin seinen Dienstausweis an die Seitenscheibe, der auch als solcher erkannt wurde, dachte sich: “der soll sich mal ein bißchen Sorgen machen”, und fuhr weiter. Ein paar Kilometer weiter kamen die Vier wieder von hinten an, fotografierten den Angeklagten und erstatteten in der weitern Folge Strafanzeige, weil der Angeklagte genötigt hätte, indem er dicht aufgefahren sei und Lichthupe “gemacht” und danach außerdem versucht habe, sie von der Fahrbahn auf den Standstreifen abzudrängen. Die Amtsanwaltschaft Wiesbaden erkannte darin eine Nötigung und Straßenverkehrsgefährdung und erhob Anklage. Gestern: Verhandlung. Ergebnis: Freispruch. Wie das halt so ist, wenn Leute Vorgänge beschreiben sollen, die sie nicht erlebt haben. Da bleiben Widersprüche zwischen der heutigen und der polizeilichen Aussage und zwischen den Aussagen der Zeugen untereinander nicht aus ...

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