Eolas: Softwarepatente, die das Internet bedrohen

Dr. Michael D. Doyle und seine kalifornische Firma Eolas Technologies Inc. halten in den USA wichtige Softwarepatente. Gewichtige Erfindungen, die für die Funktionalität des Wolrd Wide Webs (WWW) von großer Bedeutung sind.

Dr. Doyles entwickelte Anfang der 90er-Jahre an der Universität Kalifornien den ersten Webbrowser, der Plugins unterstützte. Im Gegensatz zu herkömmlichen Links, die auf andere Webseiten verweisen, ermöglicht ein Plugin dem Webbrowser, von beliebigen anderen Servern Ergänzungs- und Zusatzanwendungen (Software) aufzurufen. Im November 1993 kurz nach Veröffentlichung des Standard-WWW-Protokolls führte Doyle diese Funktion erstmals vor und meldete seine Software-Erfindung 1994 in den USA zum Patent an. Unter der Patent-Nummer 5838906 hat das sog. 906-Patent seit der Eintragung 1998 in den USA trotz heftiger Gegenwehr und Kritik weiterhin Bestand.

Das Patent überstand den David-gegen-Goliath-Streit mit Microsoft

Die Redmonder zahlten am Ende mehr als eine halbe Milliarde Dollar an Eolas, da Eolas nachweisen konnte, dass der Internet Explorer die Patent 906-Technik einsetzte. Microsoft scheiterte dagegen mit seiner Einwendung, die Erfindung sei 1993 nicht mehr neu gewesen. Die Neuheit einer Erfindung ist in den meisten Ländern Voraussetzungen für die Gewährung eines Monopols durch die Vergabe eines Patents.

Neue Eolas-Klageflut

Nun hat Eolas in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass das tatenlose Zusehen ein Ende hat. Die nachfolgenden Firmen, worunter sich alle fast Globalplayer im Internet wiederfinden, sind von Eolas wegen der Verletzung des 906-Patents verklagt worden.

San Jose, Calif.-based Adobe Systems Inc. (NASDAQ: ADBE) ; Seattle-based Amazon.com (NASDAQ: AMZN) ; Cupertino, Calif.-based Apple Inc. (NASDAQ: APPL) ; Newton, Mass.-based Argosy Publishing Inc.; Dallas-based Blockbuster Inc ...

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