Gericht nicht von der Schuld überzeugt: Freispruch vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Das Würzburger Landgericht hatte Zweifel an der Schuld der Angeklagten: Überraschend ist am Freitag eine 46-jährige Frau aus dem Raum Lohr vom Vorwurf der zweifachen fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Auch nach der zweiten Instanz bleibt damit ungeklärt, warum die Frau am 11. Mai 2006 auf der Bundesstraße 27 zwischen Thüngersheim und Veitshöchheim im Kreis Würzburg auf gerader Strecke auf die falsche Fahrbahn kam und dort einen Unfall mit zwei Todesopfern verursachte.

Im Mai 2008 wurde die Angeklagte vom Würzburger Amtsgericht zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Ihre Berufung gegen das Urteil hatte jetzt Erfolg: Nach einer ausführlichen Beweisaufnahme mit zahlreichen Zeugen und Sachverständigen hob die Berufungskammer des Landgerichts das Urteil erster Instanz auf und sprach die 46-jährige Arzthelferin nach dem Grundsatz „in dubio pro reo“ frei. Dass die 46-Jährige den Unfall verursacht hat, steht dabei außer Zweifel: Innerhalb von knapp zwei Sekunden geriet ihr schwerer Geländewagen am Nachmittag des 11. Mai 2006 komplett auf die Gegenfahrbahn, die Fahrerin eines entgegen kommenden VW Golf hatte keine Chance. Sie und ihre elfjährige Tochter auf dem Beifahrersitz starben bei dem Frontalzusammenstoß.

Beim Gericht blieben erhebliche Zweifel an der Schuld der Angeklagten. „Wir konnten uns nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit davon überzeugen, dass sie die Verantwortung für den Unfall trägt“, erläuterte die Vorsitzende Richterin Helga Müller ...

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