Entnervt

Heute Morgen beim Schöffengericht: angeklagt sind zwei aus Schwarzafrika stammende Männer, denen das Einschleusen von Ausländern vorgeworfen wird. Beide sprechen nur mäßig deutsch, aber gut englisch, weshalb ein öffentlich bestellter und allgemein vereidigter Dolmetscher für die englische Sprache vor Ort ist. Nun soll man meinen, dass so jemand in der Lage ist, simultan zu übersetzen. Dem war nicht so. Das Deutsch des Dolmetschers war nicht gut, dafür sein Englisch umso mäßiger. Hätte ihm die Anklageschift nicht in übersetzter Form vorgelegen, würden wir wahrscheinlich jetzt noch in Saal 108 sitzen und seiner Übersetzung lauschen. Er bekommt das mit dem Vorlesen der Anklage in englischer Sprache noch eben so hin und mir schwant schon, dass seine Übersetzungen weder strafprozessual so vorgesehen noch von den Beteiligten geduldet werden kann. Als dann der Vorsitzende die Angeklagten belehrt und der Dolmetscher dies übersetzen soll, gehts erst recht los: der Dolmetscher radebrecht nur die Hälfte dessen, was der Vorsitzende gesagt hat und vergisst die Stelle zu übersetzen, in der es heisst, dass die Angeklagten auch das Recht haben, zu schweigen ...Zum vollständigen Artikel


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