LG Hamburg: E-Mail-Spam - Zur fehlenden Einwilligung des Empfängers

LG Hamburg, Beschluss vom 04.08.2008, Az. 327 O 493/08 §§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG

Das LG Hamburg hat entschieden, dass von einer Einwilligung in den Empfang von E-Mail-Werbung schon dann nicht auszugehen ist, wenn der Empfänger sowohl die fehlende Einwilligung als auch das Nichtbestehen einer vorherigen Geschäftsbeziehung per eidesstattlicher Versicherung glaubhaft macht. Für den Fall, dass ein Dritter unter Verwendung der E-Mail-Adresse des Empfängers eine Einwilligung erteilt habe, sei diese unwirksam, da für eine wirksame Einwilligung die Erlangung der Kunden-E-Mail-Adresse durch diesen selbst erforderlich ist. Auf die Erkennbarkeit für das werbende Unternehmen, ob tatsächlich der Kunde selbst oder ein Dritter für ihn die Einwilligung erteilt habe, käme es nach dieser Begründung des LG Hamburg nicht an. Landgericht Hamburg

Beschluss

I. Im Wege einer einstweiligen Verfügung - der Dringlichkeit wegen ohne mündliche Verhandlung - wird der Antragsgegnerin bei Vermeidung eines vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, einer Ordnungshaft oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten (Ordnungsgeld im Einzelfall höchstens 250.000,00 EUR, Ordnungshaft insgesamt höchsten 2 Jahre), v e r b o t e n,

an die E-Mail-Adresse des Antragsgegners …@…de sowie an jegliche unter der Internet-Domäne des Antragstellers „…..de” angegebene E-Mail-Adressen unaufgefordert Werbe-E-Mails zu versenden.

II. Die Kosten des Verfahrens fallen der Antragsgegnerin nach einem Streitwert von 5.000,00 EUR zur Last ...

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