Zum Mythos des sog. "Augenblicksversagens"

Kein anderer Begriff wird in Ordnungswidrigkeitenverfahren bei drohendem Fahrverbot (§ 25 StVG) mehr strapaziert als der des Augenblicksversagens: In sicher jedem zweiten Verfahren wird es - meist pauschal - behauptet, wenn nämlich ein Fahrer die Geschwindigkeitsbeschränkung "verschlafen" hat und sich dies im Nachhinein gar nicht richtig erklären kann. Dabei ist es hinsichtlich der Geschwindigkeitsüberschreitungen mit dem Augenblicksversagen relativ einfach (hier ein bearbeiteter Teil aus meinem Aufsatz: Anwaltsstrategien bei drohendem Fahrverbot" NJW 2007, 257):

Einer Fahrverbotsanordnung neben dem Bußgeld bedarf es nicht, wenn der Betroffene infolge Augenblicksversagens fahrlässig eine Verkehrsordnungswidrigkeit begeht, die nicht vorkommen darf, aber erfahrungsgemäß auch dem sorgfältigen und pflichtbewussten Kraftfahrer unterläuft. Drängt sich Augenblicksversagen nicht auf, so muss es nur auf entsprechende Einlassung des Betroffenen geprüft werden. Gemeint ist hier eine nachvollziehbare Einlassung. Die Gesichtspunkte des Einzelfalls müssen also so ausführlich dargelegt werden, dass der Tatrichter in seinem Urteil für seine Überzeugung vom Vorliegen eines Ausnahmefalls eine auf Tatsachen gestützte Begründung geben kann, die sich nicht nur in einer unkritischen Wiedergabe...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr dazu. OK