Keine “Kronzeugenregelung” für Kohl

Die noch nicht rechtskräftige Entscheidung der Rechtskommission der Nationalen Anti-Doping-Agentur Austria (NADA) vom 24. November 2008 gegen Bernhard Kohl (mehr) hat vielfach in der Presse einen Nenner gefunden: HÖCHSTSTRAFE trotz Doping-Geständnisses!

Die Rechtskommission belegte den Radprofi mit einer zweijährigen Sperre. Außerdem erklärte sie die von Kohl nach dem 03. Juli 2008 erzielten Wettkampfergebnisse für ungültig bzw. wurde er von diesen Wettbewerben disqualifiziert oder ausgeschlossen.

Warum ist die im WADA-CODE (Art. 10.5.3) vorgesehene sog. “Kronzeugenregelung” im Fall Kohl trotz des Geständnisses vom 15. Oktober 2008 nicht angewendet worden?

Wie die Rechtskommission nun in der Pressemitteilung vom 24. November 2008 erklärte, wurde der WADA-Code 2004 auf das vorliegende Verfahren angewendet.

Dieser sieht die Möglichkeit einer Herabsetzung einer Sperre bei Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen nur aus bestimmten Gründen vor, u.a. bei wesentlicher Unterstützung in der Aufdeckung von Verstößen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen durch andere Personen (”Kronzeugenregelung”). Eine Herabsetzung der Sperre im Falle eines Geständnisses oder bei Reue sieht der WADA-Code jedoch nicht vor, da es für einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen durch verbotene Substanzen grundsätzlich unerheblich ist, ob vom Athleten die verbotene Substanz vorsätzlich oder fahrlässig eingenommen wird, da für den Verstoß bereits das Vorfinden der verbotenen Substanz im Körper des Athleten ausreicht.

Während der fast dreistündigen Anhörung Kohls vor der Rechtskommission gestand der Athlet, die verbotene Substanz “Recombinantes Erythropoietin (MIRCERA)” vorsätzlich eingenommen zu haben. Weiter berichtete er, er habe die Substanz von einem Arzt erhalten und sich anschließend diese selbst verabreicht ...

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