Schmerzensgeld nach Verkehrsunfall

Der Anspruch auf Schmerzensgeld ist kein gewöhnlicher Schadensersatzanspruch, sondern ein Anspruch eigener Art mit einer doppelten Funktion: Er soll dem Geschädigten einerseits einen angemessenen Ausgleich für diejenigen Schäden bieten, die nicht direkter finanzieller Art sind, und andererseits - wenngleich weniger bedeutsam - dem Gedanken Rechnung tragen, dass der Schädiger dem Geschädigten Genugtuung schuldet für das, was er ihm angetan hat (BGHZ 18, 149 ff.; ebenso z.B. BGH, NJW 1993, 781, 782). Diese beiden Funktionen des Schmerzensgeldes bezeichnet die Rechtswissenschaft als Ausgleichs- und Genugtuungsfunktion.

Bei Unfallschäden steht der Ausgleich von Schmerzen im Vordergrund

Bei der Bemessung des Schmerzensgeldes nach einem Verkehrsunfall ist in erster Linie die Ausgleichsfunktion zu beachten. Die Höhe des für die erlittenen Schmerzen zu entrichtenden Ersatzbetrags bestimmt sich also vornehmlich nach dem konkreten Umfang des Schadens und dem jeweiligen Ausmaß der Beeinträchtigung im Einzelfall.

Maßgebliche Faktoren bilden etwa die Heftigkeit und Dauer der Schmerzen, insbesondere Leiden und Entstellungen oder auch psychische Beeinträchtigungen, wobei der Grad von Leiden und Schmerzen wiederum durch die Art der eigentlichen Verletzung, die Zahl und Schwere der Operationen, die Dauer der stationären und der ambulanten Heilbehandlungen, den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit oder auch durch das Vorliegen eines Dauerschadens bestimmt wird. Bei der einzelnen Bemessung muss die Entschädigung zur Art und Dauer der erlittenen Schäden in eine angemessene Beziehung gesetzt werden.

Die Genugtuungsfunktion des Schmerzensgelds tritt bei Verkehrsunfällen aufgrund der besonderen Gefahrenlage im Straßenverkehr in den Hintergrund. Hier kann nur ein besonders schwerwiegendes Verschulden des Unfallverursachers, z.B. bei einer Verkehrsunfallflucht oder einer starken Alkoholisierung, zu einer Erhöhung des An...

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