EuGH tritt bei Führerscheintourismus auf die Bremse - oder auch nicht

In den vergangenen Jahren haben immer wieder Fälle die Straf- und Verwaltungsgerichte beschäftigt, in denen sich Zeitgenossen, denen man hier - wegen ständiger Raserei oder Suff (oder beidem) - die Fahrerlaubnis entzogen und die man mit einer Sperrfrist für die Wiedererteilung belegt hatte, eine Fahrerlaubnis in anderen Mitgliedsstaaten der EU besorgt hatten. Ein bevorzugtes Ziel dabei war die Tschechische Republik. Aus dem Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung der Fahrerlaubnisse zwischen den Mitgliedsstaaten leiteten diese Leute ab, sie seien nach wie vor im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis und dürften deshalb nicht wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG) bestraft werden. Ebensowenig dürfe ihnen die zuständige deutsche Behörde das Führen eines Kraftfahrzeuges in Deutschland verbieten. Die mit diesen Fällen befaßten Verwaltungsgerichte legten die Verfahren dem EuGH vor. Der EuGH hat dazu in zwei heute verkündeten Entscheidungen (hier die andere) erklärt, daß nach Art. 1 Abs.2 und Art. 8 Abs. 4 der "Führerscheinrichtlinie" eine Fahrerlaubnis aus einem anderen Mitgliedsstaat nicht anerkannt werden müsse, wenn diese während einer Sperrfrist erteilt wurde. Für die Fälle, in denen die Erteilung der Fahrerlaubnis außerhalb einer Sperrfrist erfolgt, hat der EuGH seine bereits in einem früheren Judikat ("Halbritter") erkennbare Linie bekräftigt, wonach dem Erfordernis des ordentlichen Wohnsitzes besondere Bedeutung zukommt ...Zum vollständigen Artikel


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