Vier Monate auf Bewährung für "Entziehung Minderjähriger"

Hart bestraft wurde eine 21-Jährige aus dem Kreis Würzburg, die mit ihrer neugeborenen Tochter vor dem Jugendamt für einen Monat nach Österreich geflohen war. Wegen „Entziehung Minderjähriger“ wurde die junge Frau vom Würzburger Amtsgericht zu vier Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Von ihrer Entwicklung und ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit her ist die Angeklagte selbst noch ein halbes Kind. Ihr größtes Problem: Sie stammt aus einer so genannten „Problem-Familie“, die dem Landratsamt schon seit vielen Jahren viel Arbeit macht. Von ihren fünf Geschwistern ist nur eine Schwester noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Zwei ihrer Brüder sitzen nach einer langen Serie von Straftaten in Haft.

Die 21-Jährige selbst hat zehn Jahre lang eine Förderschule besucht, einen Abschluss oder eine Berufsausbildung hat sie nicht. Als die Angeklagte im Juli 2007 eine Tochter zur Welt brachte, wurde das Jugendamt aufmerksam: Während der Schwangerschaft lebte die 21-Jährige bei ihren Eltern, die schon mit dem eigenen Leben und den eigenen Kindern seit Jahren überfordert sind. Nach der Geburt des Kindes zog sie dann mit ihrem drogenabhängigen Freund zusammen.

„Wir sahen Gefährdungsmomente für das Neugeborene“, sagte die zuständige Sozialpädagogin des Allgemeinen Sozialdienstes vor Gericht. Deshalb beantragte und erhielt das Jugendamt folgerichtig das Sorge- und das Aufenthaltsbestimmungsrecht für den Säugling ...

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