"World of Botcraft" und die Spielverderber

Wenn in Online-Spielen wie World of Warcraft (WoW) sich der gegnerische Orc seltsam verhält, dann ist er vielleicht ein Roboter: Viele Spieler lassen Maschinen ihre Charaktere steuern, damit diese schneller Spitzen-Niveaus erreichen. Nun klagt der Hersteller solcher "Cheat-Bots" vor einem Gericht in Arizona auf Feststellung, dass er damit nicht das Urheberrecht des WoW-Herstellers Blizzard verletze. Problem: Störung der Spielbalance Die Verleger von World of Warcraft Blizzard und Vivendi untermauern ihre Position mit einem Gutachten des Ökonomen und Spezialisten in Sachen virtuelle Welten Edward Castronova (Indiana University). Ihm zufolge dauert das Erreichen des Spitzenniveaus normalerweise ca. 480 Stunden. Durch den Erwerb der Cheat-Software (genannt: "Glider") des Verfahrensgegners MDY Industries verkürzt sich diese Zeit auf knapp einen Monat, denn die Spielfigur streift Tag und Nacht durch die virtuellen Landschaften, sammelt Gold und besiegt Monster. Inzwischen sind dermaßen viele automatisierte Spieler unterwegs, dass das Spielerlebnis nachhaltig gestört wird - Castronova spricht von "World of Botcraft". Solche "unsportlichen" Methoden sind in der Regel durch AGB untersagt. Dafür gibt es hauptsächlich zwei Gründe: Zum Einen stören die Eingriffe die Spielbalance - das virtuelle Doping vereitelt den fairen Wettkampf und führt zu Frustration bei den Spielern. Der Verlust von Abonnenten und Spiel-Reputation ist die Folge, außerdem müssen Betreiber kostenintensive Maßnahmen ergreifen, um gegen die Mogeleien vorzugehen. Blizzard berichtet von 465.000 Beschwerden (zur Einordnung: WoW hat derzeit gut 10 Millionen Abonnenten). Zum Anderen erreichen die Mogler selbst schneller das Ziel des Spiels - und damit wird das Produkt bekanntlich auch für sie selbst langweilig. Da die Betreiber von WoW ihren Gewinn zu einem Großteil mit den monatlichen Gebühren erzielen, ist dieser Effekt unerwünscht ...Zum vollständigen Artikel


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