Der vermeindlich fürsorgliche Staatsanwalt

Wenn ein Staatsanwalt mich darauf hinweist, dass mein Mandant in Haft sitzt und mich eine Fürsorgepflicht treffe und ich doch daran denken solle, dass er auch unschuldig sein könnte, so hätte ich eigentlich aufhorchen müssen. Bedauerlicher Weise hatte dieser Staatsanwalt aber bereits im letzten Termin sehr deutlich anklingen lassen, dass die, meiner Auffassung nach sehr dürftige und belastende Aussage des vermeintlichen Opfers, ihm ausreiche. Wieso also dann diese Belehrung? Klarer Fall der offensichtlichen Nebelbombentaktik. Denn mit Sicherheit kann nicht gewollt sein, damit konfrontierte zu werden, dass man vielleicht hätte etwas genauer ermitteln müssen. Dann müsste ich jetzt auch nicht lauter Beweisanträge stellen und die Arbeit der Staatsanwaltschaft machen, nämlich auch alle entlastenden Umstände zusammen zu tragen. Mir nun aber diese Arbeit auch noch als Gebührenschneiderei auszulegen, fand doch etwas befremdlich. Aber ein solcher Satz ist leicht gesagt, wenn der monatliche Gehaltscheck sicher ist und man Teil der objektivsten Behörde ist..... Amüsant war letztlich noch die Androhung, wenn ich zum übernächsten Termin nicht könne, müsse er darüber nachdenken einen zweiten Pflichtverteidiger beiordnen zu lassen und dann käme auch meine Entpflichtung in Betracht. Wenn sie dann auch noch einen Verteidiger finden, der das mitmachen würde, na dann gute Nacht. Aber wenn das die Auffassung vernünftiger Arbeit ist, dann kann er das gerne machen. Ob der Mandant hierbei dann auch mitspielt, wage ich nun sehr stark zu bezweifeln, ganz davon abgesehen, dass dies wohl kein Grund für eine Entpflichtung sein dürfte.........



Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK