WVV kannte das "theoretisch unbegrenzte Risiko"

Im Schadensersatzprozess der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) gegen die Deutsche Bank hat ein maßgeblicher WVV-Mitarbeiter am Dienstag eingeräumt, das „theoretische Risiko eines Totalverlustes“ bei „Zins-Swap-Geschäften“ gekannt zu haben. Die WVV fordert 2,6 Millionen Euro von der Deutschen Bank. Die Verluste sind dem kommunalen Versorgungsunternehmen (Hauptgesellschafter ist die Stadt Würzburg) durch den Abschluss riskanter Zinsgeschäfte nach Beratung durch die Deutsche Bank entstanden.

Die Argumente und Positionen beider Seiten wurden bereits bei einem Gütetermin im Juli ausgetauscht. Die Deutsche Bank habe die WVV vor dem Abschluss der so genannter „CMS Spread Ladder Swaps“ nicht ausreichend über das hohe Risiko aufgeklärt, erklärte damals WVV-Anwalt Jochen Weck. Bei Swap-Geschäften wird auf die künftige Zinsentwicklung spekuliert. Dadurch kann im günstigsten Fall die Zinslast von Darlehen reduziert werden, es kann aber auch zu Verlusten kommen. Aufgrund der mangelhaften Beratung habe die WVV-Geschäftsführung nicht erkennen können, dass es sich um extrem riskante Spekulationen handelte, so Weck.

Rechtsanwalt Christian Duve, der die Deutsche Bank vertritt, sprach dagegen von „absoluten Finanzprofis“ auf Seiten der WVV, die genau wussten, worauf sie sich einließen. Zu der von der WVV bevorzugten gütlichen Einigung ist die Deutsche Bank nicht bereit. Die Richter hatten angedeutet, dass sie zumindest nach Aktenlage von einem nicht unerheblichen Mitverschulden der WVV-Verantwortlichen für die Millionenverluste ausgehen.

Die auf zwei Tage angesetzte Beweisaufnahme begann am Dienstag mit einem maßgeblichen Mitarbeiter der WVV-Finanzbuchhaltung. Den Verantwortlichen des Unternehmens sei klar gewesen, dass es sich um Geschäfte mit „theoretisch unbegrenztem Risiko“ handelte, sagte der 37-Jährige im Zeugenstand ...

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