Rabiate Bayernfans zu Bewährungsstrafen verurteilt

Die Würzburger Staatsanwaltschaft feiert das Urteil wegen der „abschreckenden Signalwirkung“: Nach ihrer Teilnahme an einem Überfall auf Nürnberger Fußball-Fans sind drei Anhänger des FC Bayern München vom Amtsgericht Würzburg am Donnerstag zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Nach vier Tagen Beweisaufnahme mit 40 Zeugen ist für das Jugendschöffengericht erwiesen, dass die drei 21, 22 und 26 Jahre alten Angeklagten bei dem brutalen Angriff auf Mitglieder des „Supporters Club Nürnberg“ auf der Autobahnraststätte Würzburg-Nord in entscheidender Weise beteiligt waren. Am 5. Mai 2007 stürmten etwa zwanzig bis dreißig Mitglieder des Fanclubs „Schickeria München“ an der Raststätte aus ihrem Bus und griffen ohne Vorwarnung eine Gruppe Nürnberger Fans an. Man habe die Nürnberger für gewaltbereite Club-“Ultras“ gehalten, gaben die Angeklagten vor Gericht zu Protokoll.

Dass das ganz offensichtlich nicht so war, hielt die Schickeria-Ultras aber nicht davon ab, auf die Club-Fans einzuschlagen und einzutreten. „Sie sind ohne Prüfung der Lage einfach losgelaufen wie eine Meute Hunde zur Jagd. Das war nichts anderes als ein Sturmtrupp“, betonte der Vorsitzende Richter Peter Wohlfahrt am Donnerstag. Vorneweg lief der 22-jährige Angeklagte aus Oberfranken, der den Busfahrer der Nürnberger mit einem brutalen Tritt niederstreckte.

Dann flogen aus der Gruppe der Bayernfans Bierflaschen, auf die Club-Fans wurde eingeschlagen und eingetreten. Mindestens zwei volle Plastik-Colaflaschen wurden aus der Schickeria-Meute in das Innere des Nürnberger Busses geworfen. Eine davon traf die Frau des Busfahrers im Gesicht. Die 45-Jährige erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. Ihr linkes Auge konnte nicht mehr gerettet werden, nach vier Operationen trägt sie heute eine Augenprothese. Insgesamt wurden sechs Personen bei dem Angriff verletzt ...

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