Polizist: "Ohrfeigen waren das mildeste Mittel"

Vor dem Amtsgericht Würzburg haben am Donnerstag drei Polizisten eingeräumt, den heftigen Widerstand eines betrunkenen 18-Jährigen mit körperlicher Gewalt gebrochen zu haben. Die drei Beamten im Alter von 34, 29 und 25 Jahren müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen zur Last, in der Silvesternacht in den Kellerräumen der Polizei-Inspektion Würzburg-Ost gemeinsam auf den Betrunkenen eingeschlagen und eingetreten zu haben.

Der 18-Jährige war zuvor in der Würzburger Innenstadt wegen des Verdachts der Sachbeschädigung verhaftet worden. Gegen seine Festnahme hatte er sich so heftig gewehrt, dass er erst nach dem Einsatz von Pfefferspray von mehreren Beamten überwältigt werden konnte. Auch auf der Polizeiwache war der 18-Jährige kaum zu beruhigen. Vor den Hafträumen im Keller saß er mit auf den Rücken gefesselten Händen auf einem Stuhl, als sich der 34-jährige Beamte zu ihm herunter beugte, um die Halskette des jungen Mannes in Augenschein zu nehmen. Einem heftigen Kopfstoß des Verhafteten konnte der Beamte gerade noch ausweichen, bei Abwehrbewegungen mit den Händen „könnte ich ihn vielleicht getroffen haben“, gab er vor Gericht zu Protokoll.

Weil der 18-Jährige auch anschließend massiven Widerstand gegen eine Durchsuchung leistete, wurde er auf den Boden gelegt und festgehalten. Auch dabei habe der Betrunkene wie wild um sich getreten, gaben die drei Angeklagten übereinstimmend zu Protokoll. In dieser Situation sollen der 25-jährige und der 29-jährige Polizist dem Verhafteten kräftig in den Rücken und in den Bauch getreten haben. Beide gaben an, den Gefesselten lediglich gegen die Beine getreten zu haben, um sich selbst vor seinen heftigen Tritten zu schützen ...

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