Ausufernde Verfahren und überquellender Schreibtisch

Gestern Abend habe ich gegen 23.30 Uhr einigermaßen ausgelaugt meinen Schreibtisch verlassen und mir vorgenommen, das noch darauf verbliebene runde Dutzend an Akten heute abzuarbeiten. In den letzten Wochen habe ich überproportional viele lange Verhandlungstage absolviert und einige besonders zeitaufwändige Mandate zu bearbeiten gehabt, so dass ich ziemlich in Arbeitsrückstand geraten bin. Besser zuviel Arbeit als gar keine, tröstet man sich da gerne. Heute morgen fand in einer Berufungsstrafsache vor dem hiesigen Landgericht der 4. Verhandlungstag in einer ziemlich gravierenden Körperverletzungssache statt. Eigentlich sollte es auch der letzte Verhandlungstag sein. War es aber leider nicht. Die Vernehmung von 5 Zeugen zog sich von 9.15 bis 16 Uhr dahin. Nach einer Zwischenberatung verkündete der Kammervorsitzende, dass auf einen weiteren Zeugen aus Sicht der Kammer nicht verzichtet werden könne. Insoweit müsse es einen weiteren Verhandlungstag geben. Ob noch weitere Beweisanträge gestellt würden, wurde gefragt. Ich habe einen Beweisantrag angekündigt, gleichzeitig aber angeregt, die Beweisbehauptung als wahr zu unterstellen und auf die Vernehmung des Zeugen zu verzichten. Dem widersprach die Staatsanwältin mit dem Argument, der Zeuge komme als möglicher weiterer Augenzeuge in Betracht und müsse dann schon unmittelbar vernommen werden ...Zum vollständigen Artikel


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