Freispruch nach blutrünstiger Auseinandersetzung

Ziemlich blutrünstig verlief eine Auseinandersetzung vor eineinhalb Jahren in Krefeld, die heute Gegenstand einer Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht war. Dass am Ende ein Freispruch für den Mandanten herauskam, war zwar nicht selbstverständlich, entsprach aber aus meiner Sicht unter Berücksichtigung des Zweifelsgrundsatzes dem Verlauf der Beweisaufnahme. Drei Männer, darunter mein Mandant, sollen nachts um 3 Uhr die Wohnungstür seiner Ex-Freundin eingetreten und deren neuen Freund brutal zusammengeschlagen und -getreten haben. Die Folgen: Eine Nasenbeinfraktur, eine Gehirnerschütterung und multiple Prellungen am Kopf. Die Aktenlage schien ziemlich eindeutig, auch wenn sich die Polizei bereits damals keinen Reim darauf machen konnte, dass in der Wohnung ein abgebrochenes Messer mit Blutanhaftungen sowie diverse Blutspuren gefunden worden waren, die eigentlich nicht vom Tatopfer stammen konnten. Nur einer der drei Männer, nämlich mein Mandant, war seinerzeit von der Polizei festgehalten worden, die beiden anderen entkamen, wobei einer von ihnen allerdings von der Ex-Freundin namentlich benannt werden konnte. Inzwischen ist er jedoch unbekannten Aufenthalts. Die Einlassung, die ich für meinen Mandanten vorgetragen habe, lief darauf hinaus, dass dieser die Wohnungstür aus Sorge um seine Ex-Freundin eingetreten habe, weil diese zwar offensichtlich zu Hause war, die Tür aber auf mehrfaches Klopfen und Rufen nicht geöffnet hatte. Der neue Freund sei ein ziemlicher eifersüchtiger Psychopath, der den Angeklagten zuvor ultimativ aufgefordert habe, binnen einer Viertelstunde seine restlichen Sachen aus der Wohnung zu holen, sonst werde er diese "zerschreddern". Der Freund habe dann mit einem Messer hinter der Tür gestanden und den Mandanten sowie dessen Begleiter mit einem Messer attackiert, welches er letzterem knapp am Auge vorbei durch´s Gesicht gezogen habe ...Zum vollständigen Artikel

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