Fehlender Tötungsvorsatz bei Schüssen auf fahrenden Pkw, um den Fahrer zu erschrecken

BGH 4 StR 347/05 - Mit Urteil vom 22. Dezember 2005 hat der 4. Strafsenat des BGH die Revisionen der Angeklagten und des Nebenklägers gegen ein Urteil des Landgerichts Göttingen ganz bzw. bzgl. des Nebenklägers im Wesentlichen verworfen und hierzu schulmäßige Rechtsausführungen gemacht, die für jeden Strafjuristen, insbesondere aber für Jurastudenten und Referendare, lehrreich sein dürften. Die Entscheidung ist im Volltext bei hrr-strafrecht.de nachzulesen. Zum Sachverhalt: Der Angeklagte A. hatte erfahren, dass der Nebenkläger vor Jahren versucht hatte, sich seiner Ehefrau sexuell zu nähern. Er entschloss sich, diesen zu bestrafen. Zu diesem Zweck heuerte er die Mitangeklagten Ö. und P. an. Diese sollten den Nebenkläger gegen einen Lohn von 3.000 � zunächst "schlagen". Später einigte man sich gegen Zahlung weitere 4.500 � darauf, dass der geübte Sportschütze P. mit einer vomn Ö. zu diesem Zweck zu beschaffenden Pistole auf das Fahrzeug des Nebenklägers schießen sollte, um diesen "nachhaltig zu erschrecken". Ö. beschaffte dann auch die Pistole, ohne über den hierfür erforderlichen Waffenschein zu verfügen. Gemeinsam mit P. lauerte er dann dem Fahrzeug des Nebenklägers auf, wobei Ö. sich am Straßenrand mit der Pistole positionierte, während P. diesen von einem Nachbargrundstück aus per Handy über das Herannahen des mit mehreren Personen besetzten Fahrzeuges unterrichtete. P. gab dann insgesamt 7 Schüsse auf das Fahrzeug ab, wovon 3 den Pkw verfehlten, 3 weitere im Bereich des vorderen Reifens und des Radkastens einschlugen und ein Geschoß an der Vorderkante der linken hinteren Tür ca. 42,5 cm über dem Türschweller in die Karosserie eindrang. Als der Nebenkläger merkte, dass auf sein Fahrzueg geschossen worden war, fuhr er mit überhöhter Geschwindigkeit davon. Verletzt wurde niemand. Das Landgericht Göttingen hat die Angeklagten P. und Ö ...Zum vollständigen Artikel


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