LG Berlin: Haftung des admin-c für Spam

Laut einem aktuellen Beschluss vom 26.09.2005 (Az.: 16O 718/05) des Landgericht Berlin haftet der admin-c einer .de-Domain auch für unerwünschte Werbe-eMails, die von der Domain ausgehen. Damit bestätigt das LG Berlin, was sich Juristen bereits an ihren zehn Fingern ausgerechnet hatten � die Entscheidung bleibt im Rahmen des Erwartbaren. Mit einem nicht zu übersehenden Unbehagen denkt man an die Entscheidung des OLG Stuttgart (Beschluss vom 01.09.2003, Az.: 2 W 27/03), bei dem das Gericht zu dem Ergebnis kam, der admin-c hafte unmittelbar aus den DENIC-Registrierungsrichtlinien, weil er, indem er mit seinem Willen als Kontaktperson bei der DENIC angegeben werde, einen Tatbeitrag leistet. Es ging dabei um eine Kennzeichnungsrechtsverletzung. Soweit geht das LG Berlin in seiner Spam-Entscheidung nicht: Im Rahmen eines einstweiligen Verfügungsverfahrens untersagte es dem admin-c einer Internetdomain, per eMail zum Zwecke der Werbung mit dem Antragsteller ohne dessen Einverständnis Kontakt aufzunehmen. Der Antragsteller hatte ohne vorherige Anforderung oder bestehende Geschäftskontakte genau eine Werbe-eMail vom Antragsgegner erhalten. Das Gericht sah darin einen Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb beziehungsweise in das geschützte Persönlichkeitsrecht (§§ 1004, 823 Abs. 1 BGB). Dabei sei unerheblich, dass lediglich eine eMail übersandt wurde, da die Gefahr von Werbe-eMails darin liege, dass deren Versand ausufere. So weit, so gut. Doch die Haftung des admin-c für Spam lässt sich nicht pauschalisieren. Die Berliner Entscheidung weist einige Details auf, die sie besonders macht und eine Verallgemeinerung verbietet ...

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